Einführung
Cosmochrony schlägt einen minimalistischen ontologischen Ausgangspunkt vor: ein einziges relationales Substrat χ, dessen Dynamik intrinsisch irreversibel ist. Zeit wird nicht als externer Parameter eingeführt, sondern entspricht der gerichteten Relaxations- (Ordnungs-) Struktur von χ.
Eine zentrale Unterscheidung wird zwischen dem fundamentalen Substrat χ und effektiven raumzeitlichen Beschreibungen getroffen, die zusammenfassend als χeff bezeichnet werden. Diese effektiven Beschreibungen sind nur in projektierbaren Regimen sinnvoll, in denen stabile geometrische und kausale Begriffe konsistent definiert werden können.
Die Projektion von χ auf effektive Observablen ist im Allgemeinen nicht injektiv: unterschiedliche zugrunde liegende Konfigurationen können zu operativ ununterscheidbaren Raumzeit-Ereignissen oder Messungen führen. Dies führt zu einer intrinsischen Unterscheidung zwischen dem Beobachtbaren und dem Auflösbaren: bestimmte strukturelle Freiheitsgrade können physikalisch real sein, ohne auf der Ebene von χeff rekonstruierbar zu sein.
Die Raumzeitgeometrie wird als effektive Kodierung relationaler Konnektivität behandelt. In zulässigen Regimen liefern spektrale Kriterien und laplazianbasierte Rekonstruktionen einen konkreten operativen Pfad von der relationalen Struktur zu emergenten metrischen Begriffen und sagen zugleich den Zusammenbruch dieser Begriffe außerhalb projektierbarer Domänen voraus.
Dynamische Gesetze werden nicht auf Substratebene postuliert, sondern entstehen aus universellen strukturellen Beschränkungen der Relaxation und Projektion. In projektierbaren Regimen nimmt die effektive Wirkung eine Form vom Born–Infeld-Typ an, ausgewählt als kanonische Kodierung begrenzter Relaxationsflüsse und kausaler Sättigung. Diese Wirkung ist nicht fundamental für χ, sondern eine auf der effektiven Ebene gültige Hilfsdarstellung.
Der Rahmen führt außerdem eine projektive Thermodynamik ein: Irreversibilität und makroskopische Zeitpfeile sind nicht nur an Relaxation gebunden, sondern auch an eine Projektionsentropie, die mit der nicht-injektiven Identifikation zugrunde liegender Zustände verbunden ist. Effektive Erwärmung, Dissipation und thermodynamisches Verhalten können somit projektive Sättigung und informationelle Degeneration widerspiegeln, statt bloßer mikroskopischer Unordnung.
Lokalisierte, stabile Konfigurationen von χ führen zu materieähnlichen Anregungen, während topologische und relaxationsbedingte Beschränkungen die effektiven Wechselwirkungen tragen. Insbesondere wird elektrische Ladung als chiral-torsionales Invariant von Relaxationsflüssen interpretiert, mit Zulässigkeitsbedingungen, die makroskopisch neutrale Sektoren und paarerzeugungsartige Wiederherstellungsmechanismen in extremen Regimen begünstigen.
Grundlegende Aussagen (hohe Ebene)
- Ein-Substrat-Ontologie: eine prä-geometrische relationale Entität χ, kein Feld auf einer vorgegebenen Raumzeit.
- Projektionshierarchie: Raumzeitgrößen entstehen nur in projektierbaren Regimen über χeff.
- Intrinsische Irreversibilität: zeitliche Ordnung spiegelt gerichtete Relaxation wider, keinen externen Parameter.
- Nicht-Injektivität: effektive Observablen unterbestimmen die zugrunde liegende Konfiguration; Beobachtbares unterscheidet sich vom Auflösbaren.
- Projektive Thermodynamik: Projektionsentropie und Sättigung beschränken makroskopisches Verhalten und Zeitpfeile.
- Abgeleitete Dynamik: effektive Gesetze entstehen aus Beschränkungen begrenzter Relaxation (Born–Infeld-artige Kodierung).
- Emergente Geometrie: metrische Begriffe sind eine operative Kodierung relationaler Konnektivität, zugänglich durch spektrale Rekonstruktion in zulässigen Regimen.
Artikel und technische Notizen
Der Cosmochrony-Rahmen wird in einer kleinen Anzahl fokussierter Artikel entwickelt, die unterschiedliche strukturelle Aspekte behandeln. Zusammen bilden sie eine kohärente Kette von relationaler Struktur über emergente Geometrie und effektive Dynamik bis hin zur quantenphysikalischen Phänomenologie.
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Spektrale Rekonstruktion der Raumzeitgeometrie
Relationale und spektrale Herleitung effektiver metrischer Geometrie ohne Postulat einer Hintergrundmannigfaltigkeit; Regimediagnostik über Zulässigkeits- und spektrale Bruchkriterien. -
Verletzungen der Bell-Ungleichungen durch nicht-injektive Projektion
Struktureller Ursprung quantenmechanischer Korrelationen aus nicht-injektiven effektiven Beschreibungen, ohne dynamische Nichtlokalität, Retrokausalität oder verborgene Variablen. -
Born–Infeld-artige Geometrie aus begrenzter Relaxation
Emergenz einer nichtlinearen Born–Infeld-Kodierung und effektiver Raumzeitgeometrie aus begrenzter relationaler Relaxation und Flusssättigung in projektierbaren Regimen.
Quantitatives Programm (ausgewählte Ziele)
Cosmochrony legt Wert auf falsifizierbare quantitative Ziele. Das aktuelle Programm priorisiert die Ableitung effektiver Parameter aus strukturellen Beschränkungen und deren Vergleich mit bekannten Skalen und Anomalien in Bereichen, in denen der Rahmen klare Signaturen liefert.
- Spektrale Invarianten: robuste Eigenwert-Hierarchien und Stabilisierung der spektralen Dimension in zulässigen Regimen.
- Starkfeld-Schwellen: De-Projektions- und Sättigungssignaturen nahe hochgekrümmter Regime mit Einfluss auf effektive Ausbreitung und Observablen.
- Kosmologie: relaxationsgetriebene effektive Expansionsgesetze und quantitativer Vergleich mit frühen und späten Universumsinferenzdaten (einschließlich Hubble-artiger Grenzen).
- Galaktische Dynamik: Signaturen in Rotationskurven und Gravitationslinsen aus Relaxationsbeschränkungen ohne Hinzufügen von Materiekomponenten.
- QED-Skalen-Tests: Korrekturen durch begrenzte Relaxation in Regimen, die der Vakuumpolarisation und Paarerzeugungsschwellen ähneln.
Interaktive Erkundung
Diskussionsassistenten, die auf dem vollständigen Satz veröffentlichter Cosmochrony-Artikel und -Dokumente aufbauen, stehen zur Verfügung. Sie beantworten Fragen von Leserinnen und Lesern, bieten schrittweise Erklärungen und klären sowohl konzeptionelle als auch technische Aspekte des Rahmens.
Referenzen
Jérôme Beau. Cosmochrony: ein prä-geometrischer Rahmen für die Emergenz von Raumzeit, Dynamik und Materie. Zenodo. DOI: 10.5281/zenodo.17957509